Die Merian-Stiche

Zwei Kupferstiche von Homberg hat der aus Basel stammende Kupferstecher Matthäus Merian (1593 - 1650) angefertigt. Beide zeigen Homberg im Zustand vor den Zerstörungen des 30jährigen Krieges. Ein weiterer Stich seines Sohnes Caspar zeigt die Rückeroberung der Burg durch Rabenhaupt im Jahr 1648.


Mattäus Merian, Stich aus der 1655 erschienenen 'Topograpia Hassiae'  höhere Auflösung

Berühmt sind die Stiche der Merians insbesondere durch ihre weite Verbreitung. Gesehen hat Homberg wahrscheinlich keiner der Kupferstecher. Ihre Werke beruhen auf den Vorlagen anderer Künstler.


Matthäus Merian, Stich aus Daniel Meisners 'Schatzkästlein, um 1630

Matthäus Merians erster Stiche erscheint um 1630 in 'Daniel Meisners Schatzkästlein'. Er zeigt im Vordergrund einen Lautenspieler und im Hintergrund die Stadt Homberg. Die Darstellung der Stadt orientiert sich dabei detailgetreu an einem Stich Wilhelm Dilichs aus dem Jahr 1605, der Merian eindeutig als Vorlage gedient hat.


Wilhelm Dilich, Stich aus der 1605 erschienenen 'Hessischen Chronica'  höhere Auflösung

Diese Vorlage nutzt er auch für seinen 1655 in der 'Topographia Hassiae' erschienen Stich. Die Topographia ist Teil seines in Frankfurt verlegten Hauptwerks 'Topographia Germaniae', das auch nach seinem Tod fortgesetzt wurde. Das Werk umfasst am Ende 30 Bände.


Caspar Merian, Stich aus 'Theatrum Europaeum' nach 1648

Caspar Merians Stich erschien in dem von seinem Vater begonnen Werk 'Theatrum Europaeum', das sich mit den Schlachten und Zerstörungen des 30jährigen Krieges auseinandersetzte. Seine Vorlage ist der 1648 erschienene Stich von Daniel Homagius, der die zwölftägigen Kampfhandlungen der Rückeroberung der Hohenburg durch den landgräflichen General Rabenhaupt detailliert darstellt. Homagius gehörte zu den Truppen Rabenhaupts und war bei der Eroberung vor Ort.

Quelle: Erich Kaiser, Bild und Abbild einer Stadt, Homberg 1976